200 Jahre Auswanderung – Fluchtgeschichten heute und früher

Kinder und Jugendliche kommen auch heute mit Migrationsprozessen, Interkulturalität und Fluchtgeschichten in Kontakt. In jeder Kita, jeder Schule, in jedem Freizeitverein gibt es unterschiedliche Nationalitäten. Im Rahmen der Kooperation zwischen der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus Simmern und dem Hunsrück-Museum Simmern wurde schnell klar, dass das Jubiläum der Auswanderung von Hunsrückern nach Brasilien vor 200 Jahren ein fesselndes Thema für die Kinder und Jugendlichen der Living-History AG sein könnte, um das Thema auch in die Gegenwart zu transportieren.

So wurden in den Herbstmonaten des Jahres 2023 zunächst wichtige Themenfelder rund um Fluchtursachen besprochen. Nun wurden gemeinsam theoretische Grundlagen erarbeitet, warum Menschen vor 200 Jahren flohen und was heute die (Beweg-)Gründe für Flucht sind. Die Kinder stellten fest, dass sich viele Fluchtursachen gleichen. Gestärkt mit diesem Wissen und weiteren Besuchen im Museum wurde eine Geschichte für Filmaufnahmen entwickelt. Die Kinder sollten sich hierzu in die Situation eines Kindes aus dem Jahr 1824 hineinversetzen und „ihre“ Geschichte schreiben. Gleichzeitig wurde von den AG-Teilnehmenden ein Interviewleitfaden für Geflüchtete des 21. Jahrhunderts geschrieben.

So kristallisierten sich zwei Produkte heraus: Auf der einen Seite entstand aus den Geschichten der Schüler:innen ein Drehbuch für drei Kurzfilme. Diese erzählen die Fluchtgeschichte von Kindern aus dem 19. Jahrhundert in drei Stationen: Aufbruch aus dem Heimathaus, Fahrt zum Rhein und Überfahrt nach Brasilien. Ihre Ankunft bleibt ungewiss. Zum anderen wurde der Interviewleitfaden genutzt, um Geflüchtete von drei Kontinenten aus der FKS RS+ Simmern von ihren „neuen“ Geschichten erzählen zu lassen. Hieraus entstanden bewegende Erzählungen. Diese koppeln sich mit der Geschichte aus den Kurzfilmen und lassen den Betrachter eine Reise von Flucht erfahren. Die Schüler:innen gestalteten diese spannende und bewegende Projekt-Reise aktiv mit und machen unterschiedliche Stationen eines Migrationsprozess erlebbar.

Die Fluchtgeschichte von Kindern aus dem 19. Jahrhundert in drei Stationen

Geflüchtete von drei Kontinenten aus der FKS RS+ Simmern
erzählen von ihren „neuen“ Geschichten

Ali (Syrien)

Anastasia (Ukraine)

Armandas (Litauen)

Charity (Sambia)

Patrick (Italien)

Rahél (Rumänien)

Shirzai (Afghanistan)

Valeria (Ukraine)

Viktoriia (Ukraine)