2026-05-29: Schinderhannes im Fadenkreuz

29. Mai 2026 | 19:00 Uhr

Dank neuester Forschungsmethoden konnte das Skelett des Schinderhannes alias Johannes Bückler 222 Jahre nach dessen Tod eindeutig zugeordnet werden. Per DNA-Vergleich unter Beteiligung gleich mehrerer Universitäten wurde 2025 eine vermutete Vertauschung der Gebeine mit noch heute lebenden Nachfahren genetisch und endgültig geklärt. Viele Medien berichteten ausführlich darüber!

Es erwartet Sie ein kurzweiliger Vortrag von Dr. Sara Doll Universität Heidelberg, leitende Präparatorin, Institut für Anatomie.

Sie ist die maßgebliche Person: Entdeckerin der Vertauschung und Forscherin, die verschmitzt und verständlich den Anfangsverdacht und die wissenschaftliche Seite der Wahrheit über das Skelett erläutert – nicht ohne Parallelen zu anderen kriminologisch-genetisch ungelösten und spannenden historischen Fällen zu ziehen.

Sara Doll arbeitet seit 2004 im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Dort betreut sie organisatorisch den makroskopischen Präparationskurs, leitet den Vorkurs für studentische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, betreute bisher mehrere interdisziplinäre Lehrprojekte und ist für die Anatomische Sammlung zuständig.

Ihr Forschungsinteresse gilt der Provenienz Recherche. Doll beendete im Jahr 1992 die Bochumer Ausbildung zur präparationstechnischen Assistentin im Bereich Medizin und arbeitete anschließend zehn Jahre in der Ulmer Anatomie. Darauf wurde sie für zwei Jahre als Research Associate in der Anatomie der John A Burns School of Medicine in Honolulu, USA, angestellt. Nach einem Bachelorstudium an der FH Nordhessen (Medizinalfachberufe mit Schwerpunkt Lehre), schrieb sie ihre Qualifikationsarbeit (Dr. sc. hum.) über die Geschichte der Heidelberger Anatomie.

Sie publizierte bereits einige Arbeiten über die Anatomische Sammlung Heidelbergs (z. B. im Springer Verlag: »Wenn der Tod dem Leben dient – Der Mensch als Lehrmittel«, »Spiegel der Wirklichkeit. Anatomische und Dermatologische Modelle in der Heidelberger Anatomie« und »Der Medizinische Blick in sammlungshistorischer Perspektive. Wandtafeln, Abbildungen, Fotografien und Filme in der Anatomie«).

Weitere Informationen zum Projekt auf den Seiten der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Eingeleitet wird der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Rick, einem der DNA-Spender und verwandt mit dem Schinderhannes.

Geborener Nahbollenbacher bei Idar-Oberstein, Wirtschaftsingenieur, lehrend an der Hochschule Trier, der vorab kurz den erblichen Zusammenhang zu seiner Familie über die Großeltern herstellt und Leben, Taten, Mythen, Wirren sowie das Ende des Johannes Bückler (1778-1803) skizziert – fußläufig entfernt vom Schinderhannes-Turm!

Klaus Rick mit seinem mehrfachen Uronkel Johannes Bückler, beide sichtlich guter Dinge

Wir freuen uns auf Sie!

Hunsrück-Museum Simmern
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