Hunsrück-Museum Simmern - Telegramm März 2022

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Telegramm März 2022

Blinddarm – Grippe – Hausgeburt
Medizinische Versorgung der Hunsrücker Bevölkerung
zwischen 1800 und 1970



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste und Freunde,


wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein
zur Ausstellungseröffnung am
Sonntag, dem 6. März 2022, um 11:15 Uhr.

Der noch vorhandene Behandlungsstuhl aus der ehemaligen Arztpraxis von Dr. Wilhelm Schüler aus Büchenbeuren war Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit einem medizinhistorischen Thema im Hunsrück-Museum Simmern. Tatsächlich könnte der ausgewählte Zeitraum der Darstellung noch weiter zurückreichen, denn bereits aus dem 16. Jahrhundert sind medizinhistorische Quellen, wie z.B. das Rezeptbuch der Pfalzgräfin Katharina aus dem Hause Pfalz-Simmern oder Akten des Hospitälchens, bekannt.

Das Thema insgesamt ist vielschichtig, und so kann die Ausstellung nur an ausgewählten Aspekten versuchen, der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Hunsrück, mit Schwerpunkt auf dem alten Landkreis Simmern, näher zu kommen.

Zwar gibt es verschiedene Einzeluntersuchungen oder eben nur Hinweise, eine systematische Gesamtuntersuchung wartet noch auf ihre Fertigstellung. Der Landarzt Dr. Wilhelm Schüler steht exemplarisch für eine ganze Generation von Landärzten, welche die Versorgung der Bevölkerung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sicherstellten.

Im Hunsrück gab es seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erste Apotheken, eine gesetzliche Krankenversicherung wurde in Deutschland 1883 eingeführt, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die beiden Krankenhäuser in Simmern.

Heilkundige Personen waren in dieser Zeit wichtige Anlaufstellen, auch sprach man Wasserquellen heilende Wirkung zu. Krankheiten wie Grippe, Masern, Scharlach und Typhus hatten oftmals tödlichen Ausgang und gehörten zum ohnehin schweren Alltagsleben. Kinder, Alte und schwache Personen wurden während regional grassierender Epidemien dahingerafft. Die Erfindung des Penicillins 1928 schaffte ein wenig Abhilfe.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Situation zunehmend zu verbessern, mit dem Hinweis, dass alle Kriege der Vergangenheit dazu beitrugen, medizinische Fortschritte zu erreichen. Wundärzte spielten in diesem Zusammenhang seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Dr. Fritz Schellack (Museumsleiter)
und das Team des Hunsrück-Museums Simmern





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